Berufsfotograf zu sein macht einen glamourösen Eindruck, doch in Wirklichkeit setzt man mit diesem Job alles aufs Spiel. Unser Blut, unser Schweiß, unsere Tränen und vor allen Dingen unser Ego. Ob man ein Überflieger ist oder schon bald auf der Straße vor dem Arbeitsamt sitzt, hängt davon ab ob wir unsere Arbeit gut machen.

Als Fotograf müssen wir gewisse Risiken auf uns nehmen. Dabei riskieren wir nicht nur unsere Gefühle sondern auch unser Unternehmen. Hier sind fünf Risiken die, wie Ich denke, jeder Fotograf in seiner Laufbahn irgendwann auf sich nehmen muss.

1. Fühle dich unwohl

Es ist einfach in seiner Komfortzone zu bleiben und sich mit dem zufrieden zu geben was man hat. Man richtet das gewohnt Licht-Setup aus und das Modell begibt sich wie gewohnt in Pose, vor dem selben Hintergrund wie sonst auch. Das ist gemütlich und das Ergebnis vorhersehbar.
Doch wie soll man als Künstler wachsen, wenn man sich selbst nicht in unangenehme Situationen bringt?
Erfahrungsgemäß ist der schnellsten Weg für Wachstum seine Komfortzone zu verlassen und etwas unangenehmes zu tun.

2. Versuche etwas Neues

Als Künstler ist die größte Herausforderung die Stagnation. Von Zeit zu Zeit Fühlen wir uns alle uninspiriert, doch als aktiver Berufsfotograf müssen wir mit den neuesten Trends gehen und uns ständig neu inspirieren. Das ist das Wichtigste.
Ich experimentiere immer noch ständig mit der Fotografie und versuche mich kreativ auszuleben.

Ich bin sicher, dass Sie sich gerade fragen was das alles zu bedeuten hat. Betrachten Sie es aus diesem Blickwinkel. Was haben Sie für einen Stil? Fotografieren Sie am liebsten bei natürlichem Licht? Großartig, dann gehen Sie jetzt raus und fotografieren eine Weile mit ihrem Aufsteckblitz. Haben Sie Höhenangst? Versuchen Sie einige Luftaufnahmen aus einem Helikopter aufzunehmen. Sie sind Hochzeitsfotograf? Versuchen Sie sich mal an Senioren Portraits. Sind Sie eher der traditionelle Hochzeitsfotograf, gehen Sie raus und versuchen Bilder aus einer anderen Perspektive aufzunehmen und brechen Sie bewusst die Regeln der Fotografie.
Das ist der Weg zum Erfolg und etwas dass wir alle tun müssen.

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3. Lassen Sie los

Einfach loslassen! Irgendetwas loslassen. Egal was. Fotografen tendieren dazu massive Kontrollfreaks zu sein. Traurigerweise fällt das oft nicht auf, da ein Fotograf bei Shootings meistens den Ton angeben muss.
Irgendwo sind wir alle ein wenig besessen, doch es gibt einen Punkt an dem man einfach loslassen muss. Im ersten Moment mag es sich nach einem Risiko anhören, doch das Risiko wäre größer wenn man nicht loslässt und immer die Kontrolle über alles haben muss.
Damit unser Unternehmen wachsen kann müssen wir Aufgaben auslagern. So können wir uns auf die Arbeit konzentrieren, welche wir am besten können. Fotografieren.

Wenn Sie noch erfolgreicher mit Ihrem Unternehmen werden wollen, finden Sie heraus was sie auslagern können. Ich weiß, Es hört sich unlogisch an, aber vertrauen Sie mir in diesem Punkt. Seitdem ich einen Steuerberater habe und meinen Papierkram von einer 400€-Kraft erledigen lasse, brauche ich mich nur noch um die Dinge kümmern die Ich besonders gut kann. Es war beängstigend und riskant und dennoch die richtige Entscheidung.

4. Finden Sie einen Mentor

Ein Unternehmer zu sein ist keine einfache Aufgabe. Jeder braucht einen Coach oder einen Mentor. Jemand der uns Ratschläge vor großen Entscheidungen geben kann. Jemanden der uns vorbei an all den Landmienen navigieren kann, welche auf unseren Wegen rumliegen. Jemanden nach Hilfe zu fragen, wie einen Experten auf einem Gebiet der Landschaftsfotografie, kann den Anschein haben ein Zeichen von Schwäche zu sein.
Doch in Wahrheit ist es ein Anzeichen Für einen besonnenen, klugen Unternehmer. Denken Sie darüber nach. In globalen Konzernen gibt es ganze Abteilungen die gemeinsam eine Vision formen, welche die Zukunft des Konzerns begründen.
Wer ist bei Ihnen im Team? Das könnte Sie Geld kosten, aber das ist o. k. Es sollte übrigens auch Geld kosten. Sie bitten jemanden darum seine Zeit, seine Energie, und sein Wissen in ihr Unternehmen zu stecken. Außerdem tendieren wir dazu kostenloses weniger Wert zu schätzen. Investieren Sie also in sich selbst. Man lernt niemals aus.

5. Fotografieren Sie etwas Anderes

Immer das selbe zu fotografieren ist einfach, aber wenn man sein Unternehmen und seine Fähigkeiten weiterentwickeln möchte, muss man auf anderen Gebieten fotografieren.
Lernen sie etwas Neues dazu. Sobald Sie sich weiterentwickeln, werden Sie sehen, dass es schlagartig viel einfacher ist neue Kunden zu generieren.

Dieses alte Argument Spezialisten gegen Generalisten.

Ich bin dafür es sollte nur noch spezialisierte Generalisten geben. Das meine ich ernst. Ich persönlich bin auf Portraits und Hochzeitsfotografie spezialisiert. Trotzdem fotografiere ich alles was mir vor die Kamera springt. Meine Kunden wissen das und kommen trotzdem zu mir und eröffnen mir neue Gelegenheiten. Wenn Sie sich auf einem anderen Gebiet versuchen kann es auch gerne etwas komplett neues, wie Drohnen-Fotografie sein. Ich baue mir kein Image oder gar Portfolio um außergewöhnliche Jobs auf, Aber es bringt extra Geld in mein Studio, welches ich als reiner Spezialist gar nicht erst bekommen hätte.

Selbständig zu sein ist ein Risiko an sich. Jedenfalls ist es nur der Anfang. Die meisten erfahrenen Unternehmer wissen, das man auch weiterhin kalkulierbare Risiken eingehen muss damit das Unternehmen wachsen kann, sein volles Potenzial entfalten kann und man langfristig erfolgreich ist. Erstellen Sie eine Liste für sich selbst und finden heraus wo sie ein paar kalkulierte Risiken mit Ihrem Unternehmen eingehen können. Wenn Sie so gestrickt sind wie Ich, ist für sie die größte Angst, die vor dem Unbekannten. Gehen Sie Jetzt also endlich ein paar Risiken ein!

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