Häufig werde Ich nach Tipps gefragt wie man als Fotograf erfolgreich wird. Wenn es eine Sache gibt von der Ich mehr als genug habe, dann sind es Tipps. In diesem Kontext präsentiere Ich Ihnen meine 8 Tipps für einen erfolgreichen Start im Fotografie-Gewerbe.

1. Sie sind einer von vielen

Menschen werden Sie fragen was Sie beruflich tun. Falls Sie daraufhin mit dem Satz antworten: „Ich bin Fotograf“, werden neun von zehn Leuten erwidern: „Hey, Ich bin auch Fotograf!“

Sollten Sie diesen Satz nicht hören, kennt Ihr Gesprächspartner mindestens eine weitere Person außer Ihnen, welche ebenfalls Fotograf ist. Ehemann, Ehefrau, Sohn, Tochter, Bruder, Schwester, Cousin, Cousine, Neffe, Nachbar, Arbeitskollege, Postbote, Arzt, Dachdecker, Ex-Frau, Apotheker, Großmutter, oder seine französische Bulldogge.

„Oh mein Gott, der ehemalige Schwager der Tochter meines Nachbarn ist ebenfalls ein Fotograf!“

Bereiten Sie sich darauf vor. Das wird so gut wie jedes mal passieren. Lächeln Sie einfach und tun sie so als würde es Sie interessieren.

Ein weiterer Tipp den ich Ihnen zu diesem Thema gebe ist für alle Berufe Gold wert.

Antworten Sie auf die Frage was Sie beruflich machen nicht einfach nur mit Ihrer Berufsbezeichnung. Antworten Sie lieber mit dem Vorteil den Ihre Kunden durch Sie erhalten.

Als Dachdecker sorgen Sie beispielweise dafür, dass Menschen ein vernünftiges Dach über dem Kopf haben und als Gebäudereiniger ist Ihre Aufgabe einen europäischen Standard in der Reinigungs- und Dienstleistungsindustrie sicherzustellen. Als Hochzeitsfotograf sorgen Sie dafür, dass Menschen sich ihr Leben lang an ihre schönsten Momente Erinnern können. Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite und sein Sie ehrlich. Das ist eine gute Überleitung zum zweiten Tipp.

2. Wenn Sie damit Geld verdienen, ist es kein Hobby

Ein solides Unternehmen muss aufrichtig sein. Alles muss gesetzmäßig laufen. Das bedeutet auch sich dem ganzen Papierkram zu stellen, sofern man ein legales Unternehmen führen möchte. Gewerbeschein, Steuernummer für das Finanzamt und sich bei der Handwerkskammer eintragen.

Sobald sie Geld fürs Fotografieren annehmen, möchte das Finanzamt ganz genau darüber Bescheid wissen. Bei dieser Institution hilft auch weinen nicht. Auch die Begründung „Das ist nur ein Hobby.“ wird Sie nicht weiter bringen. Das Finanzamt ist nicht für seinen Humor bekannt, also versuchen Sie nicht sich harmlos zu stellen.

3. Sein eigener Boss zu sein ist Segen und Fluch zugleich

Wenn Sie Ihr eigener Boss sind, wird Ihnen niemand auf die Füße treten um irgendetwas zu tun. Das ist eine gute und zugleich eine schlechte Position. Wenn Sie Ihr eigenes Unternehmen leiten, sind Sie der Boss. Das bedeutet Sie müssen etwas erreichen. Nichts wird von alleine passieren. Sie müssen sich selbst dazu animieren organisiert sowie motiviert zu sein und über den Dingen zu stehen. Klingt das für Sie einfach? Ist es aber nicht! Auf lange Sicht gesehen ist es das auf keinen Fall.

Sie müssen immer sechs Monate im Voraus denken. Sie müssen lernen proaktiv zu sein anstatt reaktiv. Es bedeutet aber auch, das es in der Woche Tage gibt die Sie zu ihrem Wochenende machen können. Und solange Sie keine Angestellten haben, sind Sie im Büro der Beliebteste.

4. Sie müssen verkaufen

Es spielt keine Rolle wie gut sie als Fotograf sind. Wenn Sie Ihre Dienstleistung nicht verkaufen können, verdienen Sie kein Geld. Das bedeutet nicht, dass Sie hungern müssen um qualitativ hochwertige Arbeit zu produzieren. Im Gegenteil. Es ist viel einfacher gute Arbeit an den Mann zu bringen, als wenn man dem Kunden erst erklären muss warum er Ihre Bilder kaufen sollte.

„Ich weiß, Sie können die Gesichter nicht sehen. Das liegt daran, dass der Hintergrund hell ist und die Motive dunkel. Es ist in meiner „Silhouettenserie“ so gewollt. Das ist die Handschrift meiner Kunst.“

Ja genau, versuchen Sie DAS mal zu verkaufen.

Die Fähigkeit Ihre Fotografie an den Kunden zu verkaufen, beispielsweise als Prints oder Fotobücher, ist ausschlaggebend für Ihren finanziellen Erfolg. Erzählen Sie mir nicht, dass Sie nicht verkaufen können. Das überhöre ich gekonnt. Wenn sie mit einem Kunden gesprochen haben und er Sie daraufhin aufgrund des Gesprächs bucht, haben sie verkauft.

5. Seien Sie vorbereitet

In Ihrem Business werden Situationen auftreten, welche so fürchterlich schief gehen werden, dass Sie dafür Tickets verkaufen könnten. Es sind Situationen auf die Sie sich niemals hätten anständig vorbereiten können. Dinge die aus dem Nichts heraus passieren, wo man sich hinterher am Kopf kratzt und fragt, „Was zur Hölle ist da gerade passiert?“

Weil solche unerwarteten Situationen entstehen werden, müssen Sie sich auf alle Eventualitäten so gut wie möglich vorbereiten. Vor Kurzem habe Ich einen Ratschlag in einer Kolumne gelesen wo der Leser dazu aufgefordert wurde, „Tu es einfach,“ weil man sich nicht auf alles vorbereiten kann. Ich finde, das ist jedoch wie einem Schwimmer zu sagen, „Spring einfach rein“ sieh zu wie du selbst klarkommst. Es ist blödes Gerede.

6. Alkohol

Das sollte nicht erklärt werden müssen.

7. Kopf hoch

Es wird immer Tage geben an denen Sie sich wünschen werden kein Fotograf zu sein. Es wird passieren. Wahrscheinlich fühlt es sich jetzt noch nicht danach an, aber es wird passieren. Es wird Tage geben wo Ihnen die Motivation fehlen wird das zu tun, was Sie eigentlich tun müssten, oder Sie lieber die neue Episode von „The Walking Vampire Diaries“ sehen möchten, anstatt ein vernünftiges Portfolio Shooting auf TFP Basis anzustreben.

Ja, es wird Tage wie diese geben und wissen Sie was? Das ist o. k.

Es macht Sie weder zu einer schlechten Person noch zu einem schlechten Fotografen. Es bedeutet, dass Sie ein Mensch sind. Ich liebe Beispielsweise meine Freundin vom ganzen Herzen. Ich genieße es Zeit mit ihr zu verbringen und würde fast alles für sie tun. Doch es gibt Tage an denen ich Sie am liebsten an einen Circus verkaufen möchte.

Egal wie sehr Sie etwas lieben, zu viel des Guten ist schlecht. Sie können sich wegen dem Wetter schlecht fühlen, Ihr Terminkalender könnte aus allen Nähten platzen, oder Sie befinden sich gerade in einer Lebenskrise, welche Sie davon abhält Spaß an dem zu haben was sie wirklich Lieben – die Fotografie.

Werfen Sie nicht sofort das Handtuch, oder brechen direkt in Tränen aus und lassen alle Welt wissen, „ICH KANN DAS NICHT.“ Beißen Sie sich durch und denken Sie daran, dass JEDER sich von Zeit zu Zeit so fühlt wie Sie in diesen Momenten. Das ist eine gute Überleitung zu meinem letzten Tipp.

8. Glauben Sie Facebook nicht

Sie arbeiten hart. Es fällt Ihnen nicht immer leicht und es geht an die Substanz. Doch es fühlt sich gut an weil Sie wissen, dass Sie etwas erreicht haben oder noch erreichen werden. Dann öffnen Sie Facebook und bekommen direkt einen linken Haken von den ach so „erfolgreichen“ Facebook-Star-Fotografen. Sie sind überall. Überall in Ihrem Newsfeed. Sie sind wie Ameisen bei einem Picknick.

Geschichten davon wie jeder Kunde diesen Fotografen riesige Geldbeträge zahlt, die Kalender drei Monate im Voraus ausgebucht sind, Workshops links und rechts.

„Ich bin immer peinlich berührt wenn meine Kunden mir sagen wie toll ich bin. Ich meine, wenn jemand zu dir sagt, „dass du der beste Fotograf auf dem Planeten bist, wie würdest du antworten? Ich bin echt gerührt.“

Dann schauen Sie sich selbst an, auf dem Sofa sitzend in Ihrer Jogginghose, fühlen sich leicht besiegt. Entmutigt. Bereit das Handtuch zu werfen. Sie sehen das Foto eines Babys mit 4000 likes und fragen sich was SIE falsch machen.

Ich sage Ihnen genau was Sie falsch machen. Sie sind zu viel auf Facebook unterwegs. Glauben Sie nicht alles was Facebook Ihnen vorgaukelt.

Jeder kann bei Facebook alles sein. Denken Sie immer daran.

Also, genießen Sie die Katzenvideos, die Fotos, die lustigen Bilder und die herzerwärmenden Geschichten. Freuen Sie sich, dass es Ihren Freunden gut geht und lassen Sie sie es wissen, Aber Bewerten Sie Ihr Leben nicht auf Grundlage von Facebook Posts.

Der einzige Ort an dem ein Business perfekt ist, ist in einem Facebook Status.

Also, nehmen Sie jetzt Ihre Kamera und tun Sie etwas Produktives.