Unglücklicherweise bieten sich einem Fotografen besonders im Winter die besten Gelegenheiten für großartige Bilder, nicht wahr? Dabei ist es zu dieser Jahreszeit meist ungemütlich draußen.

Bei diesem Klima spielt es keine Rolle was für eine Kamera Sie verwenden. Die richtige Vorbereitung und solides Grundlagenwissen sind entscheidend für das erfolgreiche fotografieren in der Kälte.

Doch bevor wir über die Fotografie reden, lassen Sie mich noch etwas sagen: Kälte verursacht Frostbrand und Hyperthermie. Kein Foto dieser Welt ist es Wert seine Gesundheit dafür aufs Spiel zu setzen. Die Schäden aus zu langem in der Kälte bleiben können tödlich verlaufen. Planen Sie also Ihr Shooting gründlich und überfordern sich nicht. Planen Sie außerdem am Ende Ihres Shootings sich irgendwo aufzuwärmen. Denken Sie immer daran jemanden bescheid zu sagen, wenn Sie sich auf Ihre Expedition begeben und sagen Sie ihm, wann Sie wieder zurück sein wollen.

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Bevor Sie raus gehen

  1. Batterien vertragen Kälte wesentlich schlechter als wir Menschen. Durch Kälte entladen sich Batterien schneller und es gibt nicht schlimmeres, als auf einer Fotosession keinen Saft mehr zu haben. Murphys Gesetz garantiert Ihnen, dass Ihre Batterien schneller leer sind als Sie sich vorstellen können. Gehen Sie daher ausschließlich mit frisch-aufgeladenen Batterien raus. Halten Sie außerdem jederzeit Ihre Ersatzbatterien bereit – jedoch nicht im Kamera-Rucksack – sondern in Ihrer Hosen- oder Jackentasche. Ich finde: Jemand sollte einfach Mal einen Batteriehalfter für die Innenseite der Jacke erfinden.
  2. Eine Kamera-Tasche oder ein Kamera-Rucksack sind immer großartig um seine Ausrüstung sortiert und vor allen Elementen geschützt zu haben. Winterwetter und Kälte sorgen dafür, dass diese Accessoires in der kalten Jahreszeit immer wichtiger werden. Wenn Sie zum Fotografieren draußen sind wird Ihre Kamera, genau so wie Ihre Füße, der kalten Luft ausgesetzt sein. Dabei wird keins von Beiden die Kälte, das Eis oder den Regen genießen. Schützen Sie sie also ausreichend!
  3. Nehmen Sie einen Gefrierbeutel mit. Warum, erzähle ich Ihnen später.
  4. Handschuhe. Wir sind dazu in der Lage Menschen auf den Mond zu schicken, aber die richtigen Handschuhe zu finden, kann ganz schön schwer sein. Folgende Anforderungen sollen sie erfüllen:
    a: Die Hände und Finger warm halten wie ein Toastbrot.
    b: Uns dennoch die Geschicklichkeit lassen unsere Kamera bedienen zu können. Einige Hersteller haben bereits versucht den Code zu entschlüsseln, und es gibt viele Winterhandschuhe, welche über abnehmbare Fingerspitzen verfügen. So kann man zwar alle Einstellungen beim Fotografieren vornehmen, doch das Frieren an den Finger bleibt. Falls Sie übrigens magische Handschuhe gefunden haben, mit denen manuelle Einstellungen an der Kamera möglich sind während man dabei warme Finger behält, lassen Sie es mich bitte mit Produktvorstellung in den Kommentaren wissen!

Jetzt sind wir wirklich draußen… Im Ernst? Es ist verdammt kalt!

Denken Sie daran Ihre Batterien so warm wie möglich zu halten. Denken Sie ebenfalls daran Ihren Aufsteckblitz mindestens genauso warm zu halten. Die Batterien im Aufsteckblitz leiden in der Kälte extrem. Wo ist eigentlich mein Batteriehalfter für die Innenseite der Jacke?

Shooting Tips:

  1. Gute Nachrichten! Kalte Luft ist klarer als Warme. Sie ist weniger feucht. Klare Luft = schärfere Bilder. Nice.
  2. Falls es geschneit hat und auf dem Boden weißer Schnee liegt, achten Sie auf Ihre Belichtungszeit. Schnee kann ganz schön Tricky sein und die Kamera über- sowie unterbelichtete Bilder aufnahmen lassen.
  3. Noch mehr gute Nachrichten (für Fotografen): Weil die Sonne tiefer steht (die selbe, tiefe Sonne, welche es verdammt kalt werden lässt), wird die Lichtqualität allgemein besser. Schatten sind weicher und länger (manchmal ganz gut auf Fotos). Falls der Shooting-Tag sehr düster ist, kann man den Weißabgleich auf „bewölkt“ stellen um die Blautöne zu minimieren. Fotos erhalten dadurch eine wärmere Farbe.
  4. Ein UV-Filter ist ein ideales Tool um auftretenden Dunst auf Fotos verschwinden zu lassen. Dunst ist normal im Winter, oder wenn man in höher gelegenen Gebieten fotografiert. Jedenfalls ist ein UV-Filter zusätzlich ein guter Schutz gegen Schnee oder Regen auf der Linse.

Bevor Sie wieder rein gehen

Sie sind fast eingefroren? Sie fühlen sich mies, weil Ihre Zehen und Finger eis-kalt sind, sich gerade aufwärmen und es schmerzt? Es gibt da einige Vorsichtsmaßnahmen, welche Sie beachten sollten bevor Sie wieder raus gehen.

  1. Nehmen Sie die Speicherkarte aus der Kamera. Warum? Lesen Sie #2.
  2. Legen Sie Ihre Kamera sowie die Objektive in einen luftdichten Gefrierbeutel. Warum? Feuchtigkeit und Kondensierende Luft bilden sich auf kalten Objekt in warmen Umgebung. Doch Feuchtigkeit und Elektronik verstehen sich leider nicht. Deswegen wird der Gefrierbeutel sich auf magische Weise dem Kondensationsprozess opfern. So kann Ihre Kamera trocken und bleiben bis sie sich aufgewärmt hat. Lassen Sie sie etwa zwei Stunden in dem Beutel und genehmigen sich einen warmen Kakao oder ein warmes Bad, oder ziehen Sie die Fotos auf Ihren Computer.
  3. Falls es draußen besonders kalt und trocken war, können Sie die Kamera auch auf die Fensterbank legen um den Aufwärmeprozess etwas zu verlangsamen.

Fazit

Genießen Sie den Winter mit Ihrer Kamera. Bleiben Sie warm. Passen Sie auf Ihre Ausrüstung auf. Aber am wichtigsten, bleiben Sie kreativ beim Fotografieren.
Kleinheinz Pics

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